Viele gute Gründe für Sparsamkeit
Ich gehöre ja zu denen, die immer wieder predigen – weniger ist mehr.
Soll heißen, wenn man glaubt, man habe das ätherische Öl oder die Mischung schon sparsam dosiert, dann bitte nochmals reduzieren. Ich habe klassische Homöopathie gelernt, wo ja ohnehin das Prinzip gilt – je schwerer eine Erkrankung, umso höher die Potenz.
Aber auch meine Jahre als Masseurin haben gezeigt, wenn etwas richtig, richtig schmerzt, dann erstmal mit wenig Druck arbeiten. Manchmal genügte die Energie meiner Hand.
Bei ätherischen Ölen gibt es aber wirklich viele Gründe, behutsam zu arbeiten und nicht den halben Inhalt einer Flasche auszukippen.
Der natürlich wichtigste Grund ist die Überdosierung. Der physiologische Gehalt von ätherischen Ölen in einer Pflanze liegt bei 1%. Und genau diese 1% genügen fast immer. In Tropfen ausgedrückt heißt dies – bei einem 10ml Trägeröl genügen 2 Tropfen. Und das oder maximal das Doppelte genügt auch in jeder klassischen Aromalampe. Und wenn man viele Öle mischen will, dann von dieser Mischung 2 Tropfen. Oder einfach mehr als 10ml.
Wir müssen uns wirklich davon verabschieden zu glauben, wenn man „es“ nicht oder nicht mehr riecht, dann ist „es“ nicht mehr da. Irrtum. Bewusstes Riechen setzt genau das voraus – Bewusstsein. Die Wirkung ätherischer Öle erfolgt aber über unser Unterbewusstsein. Der beste Beweis ist hier die Waldluft. Viele tausende Duftstoffe schwirren hier in der Luft als Kommunikationssystem der Bäume, Pflanzen, Pilze. Unsere Reaktion ist ein tieferes Atmen und ein Glücksgefühl, bewusst riechen tun wir die wenigstens dieser Botenstoffe. Sehen können wir es manchmal, wenn über einem ganzen Wald so eine bläulich schimmernde Glocke hängt.
Ganz eindeutig, wenn schon nach einer Minute der Geruch zum Geschmack wird, wenn wir es also auf der Zunge schmecken, dann war es zu viel.
Und gerade für Kinder, alte Menschen und Kranke gilt – lieber noch weniger.
Der zweite Grund ist natürlich ein ganz praktisch finanzieller und hieran erkennt man auch oft genug seriöse Firmen. Je kostbarer das Öl, je weniger man benötigt, je behutsamer man dosieren sollte, umso kleiner sollten die Gebinde sein. Heute bekommt man bei guten Firmen sehr oft von vielen Ölen nur noch 5ml, manchmal die berühmten 1ml oder bereits in Jojobaöl verdünnt. Manche Firmen bieten auch 1ml-Testfläschchen von fast jedem Öl an, damit man erst einmal herausfinden kann, ob es das ist, was man will.
Und es geht dann weiter mit Dosierungsvorschlägen. Hier liest man dann oft was von 10 Tropfen, 20 Tropfen, einfach rein damit, damit die Flasche schnell leer wird und nachgekauft werden muss. (Man sieht daran, ich bin kein Händler im klassischen Sinne;-))
Ganz deutlich – das ist unseriös.
Und letztendlich noch – unsere Verantwortung gegenüber der Natur. Immer mehr Pflanzen sind gefährdet, stehen teilweise unter Naturschutz. Seriöse Firmen haben manches schon nicht mehr im Sortiment oder stark eingeschränkt. Um Rosenholz gibt es wahre Krimis, genauso Adlerholz oder Narde. Wer solch ein Öl besitzt, der sollte es hüten, nicht einfach ausschütten, sondern wie einen Schatz bewahren und verwenden.
Denn wir alle tragen auch Verantwortung und sind Teil der Natur.